Warum du mehr denkst als fühlst
Wenn du ständig grübelst, Gespräche immer wieder analysierst und nie wirklich zur Ruhe kommst, bist du damit nicht allein.
Nach außen wirkst du stark, verantwortungsvoll und reflektiert, doch innerlich fühlst du dich erschöpft, leer oder ausgebrannt?
Viele Frauen glauben, sie hätten ein Problem mit Selbstzweifeln. In Wirklichkeit kämpfen sie häufig mit etwas anderem:
Sie haben gelernt, ihren Gefühlen auszuweichen. Nicht als bewusste Entscheidung, sondern weil ihr System irgendwann gelernt hat, dass bestimmte Gefühle unangenehm, bedrohlich oder unerwünscht sind.
Warum wir lernen, unsere Gefühle zu vermeiden
Gefühle sind von Natur aus kein Problem. Schwierigkeiten entstehen dann, wenn wir früh lernen, dass bestimmte Gefühle nicht erwünscht sind.
Viele Frauen sind mit Botschaften aufgewachsen wie: „Sei nicht so empfindlich“, „Reiß dich zusammen“, „Sei stark“, „Funktioniere“ oder „Stell dich nicht so an“.
Die Folge ist oft, dass Unsicherheit, Traurigkeit, Scham oder Angst nicht mehr als normale menschliche Gefühle erlebt werden, sondern als etwas, das vermieden werden muss.
Das Nervensystem lernt: Wenn diese Gefühle auftauchen, wird es unsicher, werde ich abgelehnt.
5 Anzeichen, dass du deine Gefühle vermeidest
1. Du denkst mehr über deine Gefühle nach, als sie zu fühlen
Du analysierst Situationen, suchst Erklärungen und versuchst alles zu verstehen.
Doch wenn du gefragt wirst, wie es dir wirklich geht, fällt dir die Antwort schwer.
2. Du passt dich schnell an
Du bemerkst, dass etwas für dich nicht stimmt, stellst deine Bedürfnisse aber zurück, um Konflikte oder Ablehnung zu vermeiden.
3. Du lenkst dich ab, sobald es unangenehm wird
Du greifst zum Handy, beschäftigst dich oder suchst nach Ablenkung, sobald innere Unruhe auftaucht.
4. Du übernimmst Verantwortung für die Gefühle anderer
Du spürst sofort, wenn jemand distanziert wirkt oder anders reagiert, und richtest deine Aufmerksamkeit sofort auf den anderen statt auf dich selbst.
5. Du vermeidest bestimmte Gefühle besonders stark
Ablehnung, Unsicherheit, Scham oder das Gefühl, nicht gut genug zu sein, gehören häufig zu den Gefühlen, denen Frauen besonders ausweichen.
Was Grübeln mit Gefühlsvermeidung zu tun hat
Grübeln eine Schutzstrategie und ein Lösungsversuch unseres Systems.
Wenn unangenehme Gefühle auftauchen, versucht das Gehirn Sicherheit herzustellen. Es analysiert, kontrolliert, sucht nach Lösungen und geht Situationen immer wieder durch.
Das Problem ist nicht das Denken selbst. Das Problem entsteht dann, wenn Denken dazu genutzt wird, Gefühle nicht fühlen zu müssen. Grübeln wird dadurch zu einem Versuch, Abstand zu innerer Unsicherheit zu schaffen.
Warum Selbstzweifel dadurch immer stärker werden
Je weniger Zugang wir zu unseren Gefühlen haben, desto mehr verlieren wir den Kontakt zu uns selbst.
Wir beginnen, Sicherheit im Außen zu suchen: In der Bestätigung anderer, in Kontrolle, in Perfektion und im Versuch, keine Fehler zu machen.
Doch echte innere Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass wir alles richtig machen. Sie entsteht dadurch, dass wir lernen, uns selbst auch dann zu halten, wenn Unsicherheit, Angst oder Enttäuschung auftauchen. Genau dort beginnt echtes Selbstvertrauen.
Nicht weil schwierige Gefühle verschwinden, sondern weil du erfährst, dass du mit ihnen umgehen kannst.
Verstehen allein verändert noch keine alten Muster
Viele Frauen haben bereits Bücher gelesen, Podcasts gehört oder Therapien gemacht.
Sie verstehen ihre Muster oft sehr gut und trotzdem erleben sie dieselben Selbstzweifel, dieselbe innere Unruhe und dieselbe Angst, nicht gut genug zu sein.
Nicht weil ihnen Wissen fehlt, sondern weil Veränderung nicht allein im Kopf entsteht.
Alte Muster verändern sich dort, wo neue Erfahrungen möglich werden.
Dort, wo wir lernen, uns selbst anders zu begegnen. Dort, wo wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen.
Innere Sicherheit entsteht durch Verbindung mit dir selbst
Viele Frauen haben gelernt, alles alleine schaffen zu müssen.
Sie versuchen noch mehr zu verstehen, noch mehr zu kontrollieren und noch mehr an sich zu arbeiten.
Doch innere Sicherheit entsteht nicht durch noch mehr Leistung. Sie entsteht durch die Fähigkeit, mit dir selbst in Kontakt zu bleiben.
Auch dann, wenn es in dir unruhig wird, wenn Zweifel auftauchen, wenn Gefühle da sind, die du lange vermieden hast.
In meiner 1:1 Begleitung begleite ich Frauen, die sich selbst ständig hinterfragen, viel grübeln und immer wieder den Kontakt zu ihren eigenen Bedürfnissen verlieren.
Gemeinsam schauen wir nicht nur auf Gedanken und Symptome, sondern auf die tieferen Muster, die dahinter wirken.
Auf die Angst vor Ablehnung, den inneren Druck, die alten Schutzstrategien, die heute mehr Kraft kosten, als sie dir geben.
Dabei geht es nicht darum, dich zu optimieren oder leistungsfähiger zu machen. Es geht darum, dass du lernst, dich in dir selbst sicher zu fühlen.
Wenn du dich in diesem Artikel wiedererkannt hast, möchte ich dir sagen:
Du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Es ist möglich, wieder Vertrauen in dich selbst zu entwickeln und innere Sicherheit zu finden.
Es ist möglich, wieder bei dir selbst anzukommen.
Von Herzen
Stefanie
Du musst nicht länger vor deinen Gefühlen weglaufen, um dich sicher zu fühlen.


